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Top Jazz-Alben

Die Top 5 Jazz-Alben

Bei so vielen Tausenden von erstaunlichen Platten in der Geschichte des Jazz ist es vielleicht nicht möglich, eine endgültige Liste der „Top Jazz-Alben“ zu erstellen.

Es gibt jedoch eine Kernsammlung von Veröffentlichungen, die als essentielle Jazzplatten angesehen werden: solche, die jeder Jazzfan kennt – oder kennen sollte. Musik, die den Test der Zeit bestanden hat, andere Musiker beeinflusst und über die Jahre hinweg von der Kritik gelobt wurde.

In diesem Beitrag fassen wir Ihnen die Top 5 besten Jazz-Alben aller Zeiten zusammen.

Kind of Blue von Miles Davis

Kind of Blue (1959) ist eines der Top Jazz-Alben den meisten „Best-of“-Listen und wird als der größte Jazz-Seller genannt. Der Miles-Davis-Klassiker hat eine Mainstream-Popularität erreicht, die ihn auch in den Plattensammlungen von Nicht-Jazzfans als Alibi-Jazzalbum erscheinen lässt.
Doch sein legendärer Status ist durchaus gerechtfertigt: Kind of Blue ist sicherlich eine der großartigsten, atmosphärischsten und einflussreichsten Musik, die je aufgenommen wurde.


„So What“, das berühmteste Stück des Albums, setzt die Experimente mit modaler Musik fort, die Davis auf Milestones begonnen hatte, wobei Jimmy Cobbs berühmtes Beckenfill das kühle, weiträumige Solo des Bandleaders einleitet.
Der Pianist Bill Evans verleiht der wunderschönen Ballade Blue In Green“ eine introspektive, impressionistische Note, während John Coltrane und Cannonball Adderley am Tenor- bzw. Altsaxophon kontrastreiches Feuer beisteuern.
Ein weiterer Höhepunkt ist Wynton Kellys hart swingendes Solo auf „Freddie Freeloader“: Kelly ersetzte Evans auf dem Klavierstuhl in Davis‘ Working Band und ist hier auf nur einem Stück zu hören.


Davis war ein unermüdlicher Innovator, der sich weigerte, still zu stehen: Seine Musik sollte sich in den folgenden Jahren drastisch verändern und freiere Formen und Jazz-Fusion annehmen, aber Kind of Blue bleibt für viele sein definitives künstlerisches Statement und sicherlich ein großartiger Ausgangspunkt, wenn es um Jazz für Anfänger geht.

A Love Supreme von John Coltrane

Dieses Album von 1964 hat die Form einer vierteiligen Suite: „Acknowledgement“, „Resolution“, „Pursuance“ und „Psalm“.
Wie die Titel der Stücke andeuten, bewegte sich der Saxophonist in eine zunehmend spirituelle Richtung, die einen Großteil seines späteren Schaffens kennzeichnen sollte, und die Musik kann als Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber einer höheren Macht gedeutet werden.
Coltrane selbst singt im Eröffnungstrack verbal und wiederholt hypnotisch die Worte, aus denen sich der Albumtitel zusammensetzt.
Begleitet von seiner klassischen Rhythmusgruppe, bestehend aus McCoy Tyner (Klavier), Jimmy Garrison (Kontrabass) und Elvin Jones (Schlagzeug), ringt Coltrane diesem intensiven modalen Jazz jede melodische Möglichkeit ab.

Time Out von Dave Brubeck

Brubeck, ein klassisch geprägter Pianist, war an den Colleges sehr beliebt, wo er vor enthusiastischen jungen Studenten spielte, und er wurde nach Louis Armstrong erst der zweite Jazzmusiker, der auf dem Cover des Time Magazins abgebildet war.
Sein bekanntestes Album, eines der Top Jazz-Alben dieser Liste, die 1959 aufgenommen wurden, ist bemerkenswert für seine Experimente mit ungewöhnlichen Taktarten zu einer Zeit, als die überwiegende Mehrheit der Musik im 4/4-Takt war, zusammen mit dem gelegentlichen Walzer.
Blue Rondo à la Turk“ ist von einem türkischen Volkslied im 9/8-Takt inspiriert, während „Pick Up Sticks“ im 6/4-Takt gehalten ist.
Das berühmteste Stück des Albums, ‚Take Five‘, das durchgehend in einem beschwingten 5/4-Takt gehalten ist, wurde von dem Altsaxophonisten Paul Desmond komponiert, Brubecks wichtigstem Mitarbeiter, der einmal behauptete, er wolle „wie ein trockener Martini“ klingen.

Saxophon-Koloss von Sonny Rollins

Der Tenorsaxophonist Rollins begründete seinen Anspruch, als einer der erfindungsreichsten Improvisatoren in der Musik zu gelten, mit einer Auswahl der besten Jazz-Alben der mittleren bis späten 1950er Jahre – The Sound of Sonny, Way Out West, Tenor Madness, Newk’s Time und Freedom Suite sind allesamt brillant – aber dieses, von 1956, ist wahrscheinlich sein berühmtestes.
Der Calypso ‚St. Thomas‘ ist seine bekannteste Komposition, obwohl er eigentlich von einem karibischen Kinderlied abgeleitet ist, das ihm seine Mutter als Kind vorgesungen hat.
St. Thomas“ und „Blue 7“, ein Blues mit einer spontanen Melodie, die Rollins im Studio erfand, sind besonders gute Beispiele für die clevere, hochrhythmische thematische Entwicklung, die seine improvisatorische Stimme charakterisiert.
Dieses essentielle Jazz-Album enthält auch eine kraftvolle Interpretation der Standard-Ballade „You Don’t Know What Love Is“ und ein weiteres wunderbares Solo über Kurt Weils „Moritat“ (AKA „Mack The Knife“).

Mingus Ah Um von Charles Mingus

Der Bassist, Bandleader und bemerkenswerte Komponist Charles Mingus war ein notorisch feuriger Charakter und ein wahres musikalisches Original.
Seine Herangehensweise hatte etwas Ellingtonsches an sich: Er leitete Bands mit ergebenen Jüngern und seine Musik war hochgradig thematisch, absichtlich geschrieben, um eine bestimmte Person oder Stimmung hervorzurufen.
Mingus Ah Um, ein weiteres klassisches Jazz-Album von 1959 und Mingus‘ erstes für Columbia Records, enthält eine Reihe von musikalischen Hommagen: Goodbye Pork Pie Hat“ ist eine trauernde Elegie für den großen Tenorsaxofonisten Lester Young, der zwei Monate vor dieser Aufnahme starb.
Jelly Roll“ bezieht sich auf den Pianisten Jelly Roll Morton aus New Orleans und „Open Letter to Duke“ ist eine Hommage an Ellington. Better Git It In Your Soul“ erinnert an andächtige Kirchenmusik und Predigten, während „Fables of Faubus“ ein Protest ist, der sich gegen den Gouverneur von Arkansas, Orval E. Faubus, richtet, einen Gegner der Rassenintegration.

Auf unserem Blog findet Ihr auch Artikel zu den Top 7 Jazzkünstlern und Künstlerinnen und die Geschichte des Jazz.

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Category:Jazz-Musik
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